Anna Schudt – unsere Patin für eine Schule ohne Rassismus!

Quelle: Ruhrnachrichten/Online, 09.05.18

Tatort-Schauspielerin Anna Schudt an Dortmunder Schule

Nette „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Das ist nun auch die Albert-Schweitzer-Realschule in Dortmund-Nette.

Zur Zertifikats-Übergabe kam eine „Tatort“-Kommissarin, die Schauspielerin Anna Schudt. Mehr als nur der Beginn einer Patenschaft.

Dienstag 08. Mai 2018 - Schauspielerin Anna Schudt aus dem Dortmund-Tatort hat am Dienstag die Albert-Schweitzer-Realschule besucht. Die ASR trägt nun offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Die Situation hat Symbolcharakter. Schauspielerin Anna Schudt steht in der Schüler-Lounge der Albert-Schweitzer-Realschule (ASR) an der Dörwerstraße. „Herzlich willkommen, Anna Schudt“, steht in großen weißen Lettern auf der blauen Tafel. „Moment“, sagt die Stimme, die als Kommissarin Martina Bönisch aus dem Dortmunder Tatort bekannt ist. Anna Schudt nimmt ein Stück Kreide und antwortet: „Vielen Dank!“, schreibt sie unter den Gruß – mit Herz und Autogramm.

 Schild im Eingang erinnert an Versprechen

Momentaufnahme von einem Rundgang durch die Schule nach einer kurzen Feierstunde. Denn seit Dienstag trägt die ASR offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Anna Kim von der Regionalen Koordinierungsstelle bringt die Urkunde der Netzwerk-Zentrale aus Berlin mit. Beide Frauen ziehen die Schrauben des Metallschildes fest, das das Logo der Initiative zeigt.

Im Eingangsbereich ist es tägliche Mahnung an die Selbstverpflichtung, die weit mehr als 70 Prozent der Schüler unterzeichnet haben. „Ihr habt unterschrieben, wenn jemand diskriminiert wird, schreite ich ein“, sagt Anna Kim. Die Zertifizierung ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein Versprechen für einen steten Prozess. Ein Ziel.

Projektwochen mit Schauspielerei

„Ihr seid wahnsinnig lange in der Schule“, sagt Anna Schudt. „Deswegen ist das Projekt wichtig. Es heißt nicht Schule gegen Rassismus, sondern Schule ohne Rassismus.“ Keine Frage, es ist nicht einfach nur eine Gefälligkeit, die die prominente Tatort-Kommissarin als Patin übernimmt. „Ich freue mich, dass ich hier sein darf“, sagt sie zur Begrüßung. Und es klingt nicht nur ehrlich.

In ihrer kurzen Ansprache betont sie: „Wir können etwas miteinander machen, können etwas bewegen. Es ist der Menschheit würdig, sich zu verbinden.“ Bei einem Imbiss in der Bücherei sucht Anna Schudt das Gespräch mit den Realschülern. Und verspricht wieder zu kommen: In Projektwochen könne sie im Bereich der Schauspielerei mit den Kindern arbeiten, bietet sie an.

Rezepte aus den Heimatländern

Es sind Mittagsstunden der vielen kleinen emotionalen Gesten. Paula Lehmhaus aus der 7. Klasse hat bei der Feierstunde eine kleine Rede gehalten. Für ihre Mama bittet sie Anna Schudt um ein Autogramm auf dem Manuskript. Die Schülervertretung bedankt sich mit einem Kochbuch für die Patenschaft. Schüler haben darin Rezepte aus den Heimatländern ihrer Familien aufgeschrieben. Anna Schudt wirkt ein wenig gerührt.

„All about love.“ Was in der Schaupielerei wirke, um Menschen zu erreichen, „gilt für alles“, sagt Anna Schudt. Eine klare Botschaft am Beginn einer vielleicht wunderbaren Freundschaft.

 Fotos: Stephan Schütze