Additive Förderung

Das Förderkonzept der Albert-Schweitzer-Realschule

Die Individuelle Förderung ist eines der mit der Novellierung des Schulgesetzes verfolgten Leitidee.
Jeder junge Mensch hat nicht allein den Anspruch auf schulische Bildung und Erziehung, sondern auch auf individuelle Förderung (§1 Abs.1 SchG).
Die Schule hat den Unterricht so zu gestalten, dass die Versetzung der Schülerinnen und Schüler der Regelfall ist.
Die Schule hat hierfür stärker als bisher Förderkonzepte und Förderangebote zu entwickeln (§50 Abs.3 SchG).
In der SI wird der „Aufstieg“ leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler mehr als bisher ermöglicht und gefördert (Durchlässigkeit der Schulformen).
Die Forderungen des neuen Schulgesetzes stellen den einzelnen Schulen zur Aufgabe, individuelle Förderung für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler sicherzustellen.
Unsere gesamten entwickelten Konzepte werden von uns aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Darüber hinaus verstehen wir das gesamte Bildungskonzept unserer Schule (Schulprogramm) nicht als eine Aneinanderreihung verschiedener Konzepte mit unterschiedlichen Zielsetzungen, die isoliert nebeneinander stehen. Unser Bildungskonzept setzt pädagogische Schwerpunkte, die ineinander greifen und miteinander verwoben sind und somit in einer Art symbiotischer Beziehung stehen.

Individuelle Förderung beginnt in der Überprüfung und Entwicklung von Unterrichtsqualität. Alt bewährte Unterrichtsformen und –zielsetzungen sind nicht mehr unbedingt zeitadäquat, da sich vor allem auch unsere Schülerinnen und Schüler mit ihrem sozialen Hintergrund und die Gesellschaft im allgemeinen in den letzten Jahren stark verändert haben. Derartige Ergebnisse zeigen die unterschiedlichsten Studien (z.B. PISA). Die Entwicklung und Sicherstellung von Unterrichtsqualität steht damit an oberster Stelle eines wirksamen Förderkonzeptes. Gleichermaßen aber müssen zu den parallel dazu gleich bleibend bestehenden und in ihren Möglichkeiten beschränkten Unterrichtsstrukturen und Organisationsformen der verantwortlichen Lehrperson weitere daran anknüpfende Möglichkeiten individueller Förderung zur Verfügung stehen.

Diese Möglichkeiten sollen durch die folgenden zusätzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Baustein I: Förderunterricht Klasse 5/6

  • 4 Stunden regulärer Unterricht + 1 Stunde Förderunterricht in den Fächern D, E, M
  • +1 Stunde Förderunterricht im Fach D (parallel laufend) für Schülerinnen und Schüler mit Migrantenhintergrund

Der Fachlehrer erteilt die zusätzliche Förderstunde in der jeweiligen Klasse und bestellt sich die zu fördernden Schülerinnen und Schüler nach wechselnden und unterrichtsnahen Aspekten.
(fett= 1. Priorität; Zusammenlegen von Klassen bei fehlenden Lehrerstunden, z.B. Kopplung Klasse a/b und Kopplung c/d)

Baustein II: Förderunterricht Klasse 7/8

Es werden Lernstudios für die Fächer D, E, M angeboten (Di od. Do, 7./8, Std.), die von Fachlehrern betreut und beaufsichtigt werden. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres Lernstudio für Schülerinnen und Schüler mit sprachlichen Defiziten (Migrantenhintergrund) eingerichtet. Die Lernstudios werden zusätzlich von Schülertutoren der 9./10. Klassen unterstützt. Diese werden im Vorfeld durch den Lernstudioleiter/in fachlich als auch pädagogisch ausgebildet, bevor sie mit ihren Mitschülerinnen und -schülern arbeiten. Die betreuenden LehrerInnen leiten und organisieren die Lernstudios. Sie stehen den Tutoren immer als fachkompetenter Ansprechpartner und sind ebenfalls Aufsichtsperson.

Schülerinnen und Schülern der Klasse 7/8 müssen die Lernstudios verbindlich besuchen, wenn der zuständige Fachlehrer/-lehrerin über eine zusätzliche Förderung im Lernstudio entscheidet. Grundlage für eine solche Entscheidung sind die schriftlichen/mündlichen Leistungen des betreffenden Schülers / der betreffenden Schülerin (spätestens aber bei einer zweiten nicht ausreichenden Leistung).
Über den Zeitraum und die jeweilig thematisch gebundene Förderung (Förderplan) entscheidet der Fachlehrer/in. Sowohl der Lernstudioverantwortliche als auch der Fachlehrer/die Fachlehrerin überprüfen die Einhaltung des Förderplans. Der/die Klassenlehrer/in wird über die Fördermaßnahme informiert und gegebenenfalls mit einbezogen. Die Eltern werden in einem entsprechenden Schreiben informiert und mit in die Verantwortung gezogen.

Baustein III: Vorlesungsprojekt für Klasse 9/10

Es wird jeweils im Fach D, E, M ein Projekttag im Halbjahr (2 * 4 Unterrichtsstunden) für die Jahrgangsstufen 9/10 zeitgleich angeboten. Die Schülerinnen und Schüler können sich dabei aus 8 verschiedenen Themenbereichen (Unterrichtsstoff aus der Stufe 8-10) zu einem Workshop anmelden. Diese Workshops haben Vorlesungscharakter, dennoch müssen Übungsphasen mit ausreichendem Material zur Verfügung stehen und weiterführenden Tipps zu dem Thema angegliedert sein. Die Anzahl der Kurse wird auch bei möglichen Fachlehrerüberschneidungen gewährleistet.

Baustein IV: Nachhilfebörse (SV - Schwarzes Brett)

Die SV organisiert mit der Unterstützung der SV-Lehrer eine Nachhilfebörse (Biete/Suche). Das angegliederte HHG wird entsprechend eingebunden.

Baustein V: Bibliotheksstunden

Eltern und/oder Schülerinnen und Schüler aus älteren Jahrgängen bieten zu festen Zeiten (Vor-)Lesestunden in unserer Bibliothek an.

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